Parnehnen                       

Krasnij Jar 
Früher ein deutsches Dorf in Ostpreußen Heute ein russisches Dorf in der Oblast Kaliningrad
Geschichten
zurück
 Z - wie Zoll

 

 

Ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr diese Geschichte passierte. Früher fuhr das Wohnmobil offiziell als "Humanitärer Hilfstransport" mit Siegel und Formularen aus Moskau, auf denen jedes Teil der Hilfsgüter nach Arten sortiert und einer Wertangabe verzeichnet, registriert, kontrolliert, gewogen oder gezählt und manchmal in einem Zolllager zwischen gelagert werden mußte. Nachdem mir 1996 eine sehr wertvolle Lieferung mit neuen Maschinen und Werkzeugen für 6 Tischlerei-Arbeitsplätze (Spende der Tischlerei Zibell) beschlagnahmt und ohne meine Beteiligung "verteilt" worden war, schwor ich mir, nur noch einmal zu kommen: mit dem versprochenen Krankenwagen.

 

Was aus meinem Schwur geworden ist, könnt Ihr hier auf vielen Seiten miterleben.

Nach 1996 konnte ich nur noch als Touristin mit weniger Gepäck fahren, aber wie viel weniger nun erlaubt war, musste ich erst aus vielen Erfahrungen lernen

 


Dieses Bild gelang mir bei einer meiner Fahrten im April nach Parnehnen in Ostpreußen kurz nach dem Grenzübergang von Polen nach Russland.

 

 

 


 


Es symbolisiert sowohl diese als auch viele meiner anderen Reisen: zu Anfang sieht alles sehr bedrohlich und gefährlich aus.

Aber als das Foto entstand, lag das dicke Ende schon hinter mir; wieder hatte es (wie schon so häufig) geheißen: nasad, zurück! Es sei einfach zuviel für eine Touristin, was der Zollbeamte bei der gründlichen Kontrolle in den Bananenkisten, meinen Schränken und den Staukästen vom Wohnmobil gefunden hatte.

 

Als schließlich beim Verschieben des Tisches auch noch drei große Säcke mit Schuhen und die Wäscheschleuder „auftauchten“, zogen wirklich dicke Wolken auf, und es roch nach Gewitter.  Doch wie auf meinem Foto blinzelte hier und da die Sonne durch, der gute Mann grinste manchmal so seltsam, dass ich Mühe hatte, weiterhin betrübt zu bleiben und mein flehentliches Lächeln nicht entgleisen zu lassen. Nachdem wir dreimal die Dolmetscherin und zwei weitere Zollbeamte bemüht hatten, die auch vor sich hin feixten, durfte ich weiterfahren, in das von  Neuschnee verschönte Russland.

Der Himmel und meine Stimmung klarten auf.